Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif bei dir?

Dynamische Stromtarife rechnen jede Viertelstunde mit dem tatsächlichen Preis von der Strombörse ab, statt mit einem festen Cent-Betrag.

Datengrundlage: Viertelstundenpreise vom 1. Oktober 2025 bis 30. August 2026, zuletzt geprüft am .

Wallbox oder E-Auto
Wärmepumpe
Heimspeicher

Fließt bewusst nicht in die Rechnung ein. Wie viel ein Heimspeicher verschiebt, hängt von Größe, Ladestrategie und Photovoltaik ab, und einen belastbaren Durchschnittswert dafür gibt es nicht. Eine erfundene Ersparnis wäre schlechter als keine. Der Haken merkt sich nur, dass du einen hast. Was ein Speicher am Börsenpreis überhaupt verdienen kann und ab welchem Wirkungsgrad sich das Laden trägt, steht auf der Seite zum Heimspeicher.

1,5 ct/kWh

Alles, was dein Anbieter über den Börsenpreis hinaus bekommt, umgerechnet auf die Kilowattstunde. Eine Monatsgebühr gehört also mit hinein: 5 Euro im Monat sind bei 3.500 Kilowattstunden rund 1,7 ct/kWh, bei 1.800 Kilowattstunden schon 3,3. Die Vorgabe von 1,5 ct/kWh ist geschätzt, denn bundesweit veröffentlicht das kein Anbieter. Ab rund 5 ct/kWh liegt der Festpreistarif vorn. Mehr dazu unter „Drei Annahmen in dieser Rechnung".

Für wen sich das rechnet

Wer Verbrauch in günstige Stunden verschieben kann, etwa mit einer Wallbox, einer Wärmepumpe oder einem Heimspeicher, zahlt dadurch oft weniger. Wer seinen Strom gleichmäßig über den Tag verbraucht, hat davon wenig, weil Grundgebühr und Aufschlag des Anbieters auf jede Kilowattstunde anfallen. Der Rechner oben nutzt echte Viertelstundenpreise der letzten elf Monate und zeigt für deinen Haushalt, in welche der beiden Gruppen du eher fällst.

Vier Beispielrechnungen

Dieselbe Rechnung wie oben, für vier Haushalte durchgerechnet. Grundlage sind die echten Viertelstundenpreise vom 1. Oktober 2025 bis 30. August 2026 (332 Tage, Datenstand 1. September 2026), verglichen mit einem Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh. Die Spanne kommt vom Anbieteraufschlag, der zwischen 1,0 und 2,0 ct/kWh angesetzt ist. Jede Zeile öffnet den Rechner mit diesen Werten.

Single-Haushalt

Ein Haushalt mit 1.800 kWh im Jahr zahlt bei einem Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh 720 Euro. Mit einem dynamischen Tarif sind es 50 bis 68 Euro weniger. Nichts davon lässt sich verschieben. Mit diesen Werten rechnen

grenzwertig

Vier Personen, kein E-Auto

Ein Haushalt mit 4.500 kWh im Jahr zahlt bei einem Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh 1.633 Euro. Mit einem dynamischen Tarif sind es 134 bis 179 Euro weniger. Nichts davon lässt sich verschieben. Mit diesen Werten rechnen

lohnt sich

Familie mit Wallbox

Ein Haushalt mit 7.000 kWh im Jahr zahlt bei einem Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh 2.478 Euro. Mit einem dynamischen Tarif sind es 373 bis 443 Euro weniger. 2.450 kWh Ladestrom, 35 Prozent des Verbrauchs, in die drei günstigsten Viertelstunden je Tag. Mit diesen Werten rechnen

lohnt sich

Großer Haushalt mit Wärmepumpe

Ein Haushalt mit 11.000 kWh im Jahr zahlt bei einem Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh 3.830 Euro. Mit einem dynamischen Tarif sind es 619 bis 729 Euro weniger. 4.400 kWh Heizstrom, 40 Prozent des Verbrauchs, in die fünf günstigsten Viertelstunden je Tag. Mit diesen Werten rechnen

lohnt sich

HaushaltJahresverbrauchFestpreis 37,0 ct/kWhUnterschied im JahrErgebnis
Single-HaushaltNichts davon lässt sich verschieben.1.800 kWh720 Euro50 bis 68 Euro wenigergrenzwertig
Vier Personen, kein E-AutoNichts davon lässt sich verschieben.4.500 kWh1.633 Euro134 bis 179 Euro wenigerlohnt sich
Familie mit Wallbox2.450 kWh Ladestrom, 35 Prozent des Verbrauchs, in die drei günstigsten Viertelstunden je Tag.7.000 kWh2.478 Euro373 bis 443 Euro wenigerlohnt sich
Großer Haushalt mit Wärmepumpe4.400 kWh Heizstrom, 40 Prozent des Verbrauchs, in die fünf günstigsten Viertelstunden je Tag.11.000 kWh3.830 Euro619 bis 729 Euro wenigerlohnt sich

Gerundet auf ganze Euro. Beide Tarife tragen denselben Grundpreis, nur beim Zähler zahlt der dynamische bis zu 5 Euro im Jahr mehr. Entscheidend ist der angesetzte Anbieteranteil von 1,0 bis 2,0 ct/kWh. Woraus diese Werte kommen, steht weiter unten unter Drei Annahmen in dieser Rechnung.

Die Datengrundlage

Alle Beträge auf dieser Seite beruhen auf den Day-ahead-Viertelstundenpreisen des deutschen Strommarktes, veröffentlicht von der Bundesnetzagentur auf SMARD.de und abgerufen über die Schnittstelle von Energy-Charts des Fraunhofer ISE, lizenziert unter CC BY 4.0. Ausgewertet sind 31.872 Viertelstundenpreise aus 332 Tagen vom 1. Oktober 2025 bis zum 30. August 2026, gewichtet mit dem BDEW-Standardlastprofil H0. Verglichen wird gegen einen Festpreistarif zu 37,0 ct/kWh. Welche 32 Tage herausfallen und wie aus den Preisen ein Jahresbetrag wird, steht auf der Seite zur Datengrundlage.

Drei Annahmen in dieser Rechnung

Drei Werte veröffentlicht kein Anbieter bundesweit, mehr dazu auf der Anbieterseite. Diese Seite setzt sie deshalb selbst und legt hier offen, woher jeder einzelne kommt. Wenn du deine echten Werte kennst, weißt du damit auch, in welche Richtung sich dein Ergebnis verschiebt.

Grundpreis: 111,87 Euro im Jahr, auf beiden Seiten
Er deckt ab, was der Monitoringbericht 2025 der Bundesnetzagentur als seinen Inhalt nennt, nämlich „die festen Kosten für den Stromanschluss und den Zähler": 86,87 Euro brutto fixes Netzentgelt im Bundesdurchschnitt (73 Euro netto, Tabelle 24) und höchstens 25 Euro für eine moderne Messeinrichtung (§ 32 MsbG). Derselbe Bericht schreibt, ein dynamischer Tarif setze sich „analog zu dem statischen Stromtarif" zusammen, deshalb steht der Betrag auf beiden Seiten. Und weil er auf beiden Seiten steht, kürzt er sich fast vollständig heraus: Ob hier 87 oder 180 Euro stünden, ändert das Ergebnis um einen Cent. Übrig bleibt der Zähler, für den der dynamische Tarif bis zu 5 Euro im Jahr mehr zahlt, weil er ein intelligentes Messsystem braucht (§ 30 MsbG).
Anbieteranteil: Vorgabe 1,5 ct/kWh
Die eine Zahl, an der wirklich alles hängt. Gemeint ist alles, was der Anbieter über den Börsenpreis hinaus bekommt, die Monatsgebühr eingerechnet. Bundesweit veröffentlicht das keiner, die Vorgabe ist deshalb geschätzt. Beim Festpreistarif steckt der Gegenwert in den 37,0 ct/kWh: BDEW beziffert „Strombeschaffung und Vertrieb" auf 15,17 ct/kWh, und davon sind gut 10 Cent der reine Börsenpreis. Ab rund 5 ct/kWh eigenem Anteil liegt der Festpreistarif vorn. Für einen Vierpersonenhaushalt macht der Regler zwischen 0 und 5 ct/kWh einen Unterschied von 225 Euro im Jahr. Wie gut die Festpreisseite echte Tarife trifft, steht gegengerechnet auf der Autorenseite.
Schwelle „Lohnt sich": ab 60 Euro Ersparnis im Jahr
Ab 60 Euro im Jahr nennt diese Seite es „lohnt sich". Darunter frisst der Aufwand den Gewinn schnell auf: ein Smart Meter muss eingebaut, der alte Vertrag gekündigt und ein neues Tarifmodell verstanden werden. Wo deine eigene Grenze liegt, weißt du besser.