Lohnt sich ein Heimspeicher, der zu den günstigen Stunden lädt?

Die Idee liegt nahe: nachts billig laden, abends teuer entladen, die Differenz einstecken. Ob sie trägt, entscheidet eine Größe, über die in Speicher-Prospekten selten steht, nämlich der Wirkungsgrad. Diese Seite rechnet mit denselben 31.872 Viertelstunden echter Börsenpreise wie der Rechner auf der Startseite (1. Oktober 2025 bis 30. August 2026, 332 Tage, Datenstand 1. September 2026) und beantwortet die Frage in einer Form, die ohne geschätzte Verlustzahlen auskommt.

Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen

Der Rechner nimmt fünf Angaben: nutzbare Kapazität, Jahresverbrauch des Haushalts, Wirkungsgrad, Ladedauer und Kaufpreis. Dazu kommt die Lebensdauer, gegen die gerechnet wird. Er antwortet mit dem Jahresertrag, der durchgesetzten Strommenge, dem Ertrag je Kilowattstunde Kapazität und der Zeit bis zur Amortisation. Die Kurve darunter zeigt, ab welcher Größe eine weitere Kilowattstunde in Ihrem Haushalt nichts mehr bringt.

Ergebnis

Ertrag im Jahr: . Durchgesetzte Strommenge: . Ertrag je Kilowattstunde Kapazität: .

Ab welcher Größe es nichts mehr bringt

Handelbar ist nur ein Fünftel des Preises

Eine zusätzliche Kilowattstunde kostet 30,22 Cent: 10,12 Cent Börsenpreis, 18,60 Cent verbrauchsabhängige Steuern, Abgaben und Netzentgelte, dazu 1,50 Cent Anbieteraufschlag. Am Grundpreis ändert sie nichts, der fällt ohnehin an. Von diesen 30,22 Cent ändert sich nur der Börsenanteil mit der Uhrzeit, alles andere ist rund um die Uhr gleich.

Der Handelsgewinn entsteht deshalb nur auf dem Börsenanteil, die Ladeverluste zahlt man aber zum vollen Preis. Jede Kilowattstunde, die im Speicher verloren geht, kostet die vollen rund 24 Cent aus günstigem Börsenpreis plus Abgaben.

Gegen welchen Preis der Speicher arbeitet

Hier trennt sich ein schlauer von einem einfachen Speicher. Wer nur billig lädt und die Energie dann irgendwann im Tagesverlauf abgibt, ersetzt Strom zum Haushaltsdurchschnitt von 10,12 Cent. Wer gezielt in die teuerste Zeit entlädt, ersetzt Strom zu deutlich mehr. Beide Enden stehen in denselben Daten, je Tag ausgewählt und über alle Tage gemittelt.

Günstigste und teuerste Viertelstunden je Tag, gemittelt über den Auswertungszeitraum, mit dem Wirkungsgrad, ab dem sich das Laden trägt.
LadefenstergünstigteuerSpanneWirkungsgrad nötig
gegen die Spitze
gegen den
Durchschnitt
1 Viertelstunde0,25 Stunden am Tag3,31 ct19,00 ct15,70 ct59,9 %77,5 %
4 Viertelstunden1 Stunde am Tag3,57 ct18,05 ct14,48 ct62,1 %78,3 %
9 Viertelstunden2,25 Stunden am Tag3,84 ct17,06 ct13,22 ct64,4 %79,2 %
14 Viertelstunden3,5 Stunden am Tag4,13 ct16,25 ct12,12 ct66,7 %80,2 %
32 Viertelstunden8 Stunden am Tag5,50 ct14,35 ct8,86 ct74,3 %84,7 %

Das Ladefenster ist die Zeit, die der Speicher am Stück zum Laden braucht. Ein kleines Gerät mit knapp einem Kilowatt Ladeleistung liegt bei rund zwei Stunden, also neun Viertelstunden. Je länger geladen wird, desto weiter reicht der Speicher in teurere Viertelstunden hinein, und desto kleiner wird die Spanne.

Die entscheidende Zahl ist der Wirkungsgrad

Aus den beiden Preisen folgt unmittelbar, ab wann sich das Laden trägt. Der Speicher muss so viel von der geladenen Energie wieder herausgeben, dass die teurere Kilowattstunde, die er ersetzt, den Einkauf plus die Verluste bezahlt. Als Formel: nötiger Wirkungsgrad gleich Einkaufspreis geteilt durch Ersatzpreis, beide einschließlich Abgaben und Aufschlag.

Für ein Gerät mit zwei Stunden Ladezeit heißt das 64,4 Prozent, wenn es in die teuerste Zeit entlädt, und 79,2 Prozent, wenn es nur gegen den Durchschnitt arbeitet. Die erste Schwelle überspringt jeder handelsübliche Lithium-Speicher deutlich. Die zweite liegt in einem Bereich, in dem es auf das einzelne Gerät und seine Elektronik ankommt. Ob ein Speicher sich lohnt, hängt also weniger an seiner Größe als daran, ob seine Steuerung die teuren Stunden trifft.

Was ein kleines Gerät im Jahr einbringt

Nehmen wir einen Speicher mit 1,7 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität, der einmal am Tag voll durchläuft und zwei Stunden zum Laden braucht. Durch ihn laufen 620 Kilowattstunden im Jahr.

Jahresertrag eines Speichers mit 1,7 Kilowattstunden bei einem Zyklus am Tag, nach Wirkungsgrad.
WirkungsgradVorteil je kWhim Jahr
95 Prozent11,96 ct/kWh74,19 Euro
90 Prozent10,56 ct/kWh65,50 Euro
85 Prozent8,99 ct/kWh55,79 Euro
80 Prozent7,23 ct/kWh44,87 Euro

Die Kapazität ist hier eine gewählte Größenordnung für ein kleines Gerät und keine Produktangabe. Wer mit einem größeren Speicher rechnet, skaliert die Jahreszahl schlicht mit der durchgesetzten Menge, solange die Ladezeit gleich bleibt.

Die Obergrenze ist der Abendverbrauch, nicht die Speichergröße

Ein Speicher kann nur so viel ersetzen, wie im Haushalt zur teuren Zeit tatsächlich gebraucht wird. Ein Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden im Jahr verbraucht im Mittel 12,3 Kilowattstunden am Tag. Ein 1,7-Kilowattstunden-Speicher will davon 14 Prozent in ein Zehntel des Tages legen, nämlich in die zweieinhalb teuersten Stunden. Das geht auf, aber es zeigt die Richtung: Ein doppelt so großer Speicher bringt in diesem Haushalt nicht den doppelten Ertrag, weil abends schlicht nicht doppelt so viel verbraucht wird. Die zweite Hälfte seiner Ladung ersetzt dann Strom zu einem billigeren Zeitpunkt, und die Rechnung rutscht Richtung der 79,2-Prozent-Schwelle.

Was ein Speicher im Jahr einbringt, nach Größe, in einem Haushalt mit 4.500 Kilowattstunden im Jahr. Wirkungsgrad 90 Prozent, 3 Stunden Ladedauer, gerechnet über 332 Tage echter Viertelstundenpreise. Ohne Kaufpreis, den nimmt der Rechner oben.
KapazitätDurchgesetzt im JahrErtrag im JahrJe kWh KapazitätJede weitere kWh bringt
2 kWh716 kWh72,97 Euro36,48 Euro
3 kWh1059 kWh100,11 Euro33,37 Euro27,15 Euro
5 kWh1700 kWh144,36 Euro28,87 Euro22,12 Euro
7 kWh2219 kWh174,03 Euro24,86 Euro14,84 Euro
10 kWh2695 kWh193,59 Euro19,36 Euro6,52 Euro
15 kWh2848 kWh197,57 Euro13,17 Euro0,80 Euro
20 kWh2848 kWh197,57 Euro9,88 Euro0,00 Euro
30 kWh2848 kWh197,57 Euro6,59 Euro0,00 Euro

Mit Photovoltaik ist es eine andere Rechnung

Alles auf dieser Seite betrifft ausschließlich den Handel am Börsenpreis, also einen Speicher, der aus dem Netz lädt. Ein Speicher an einer Photovoltaikanlage macht etwas anderes: Er lagert Strom um, der ohnehin auf dem Dach entsteht. Gerechnet wird dabei nicht der volle Arbeitspreis, sondern was von ihm nach der aufgegebenen Einspeisevergütung übrig bleibt, also rund 23 Cent gegen die 13 Cent Preisdifferenz hier. Die Rechnung fällt damit deutlich besser aus, und sie ist im Einzelnen unter Lohnt sich ein Speicher an der PV-Anlage? durchgerechnet, samt der Frage, was der dynamische Tarif daran ändert. Wer beides hat, sollte beide Effekte getrennt rechnen, sonst schreibt er den Ertrag der Solaranlage dem Stromtarif gut. Die Rechnung für die kleine Variante, das Balkonkraftwerk ohne Speicher, steht unter Was bringt ein Balkonkraftwerk wirklich?.

Was in dieser Rechnung nicht steckt

Der Kaufpreis fehlt, ebenso die Alterung des Geräts und der Strom, den seine Elektronik im Bereitschaftsmodus selbst zieht. Alles drei drückt den Ertrag, teils erheblich: Ein Gerät, das in zehn Jahren ein paar hundert Euro Handelsgewinn einbringt, muss erst einmal weniger gekostet haben. Offen bleibt außerdem, ob der eigene Tarif und der Messstellenbetreiber ein automatisches Laden nach Börsenpreis überhaupt unterstützen.

Die Rechnung setzt 1,50 Cent je Kilowattstunde Anbieteraufschlag an, den Vorgabewert des Rechners, dazu 18,60 Cent verbrauchsabhängige Steuern, Abgaben und Netzentgelte. Der feste Teil der Netzentgelte bleibt außen vor, weil eine zusätzlich geladene Kilowattstunde ihn nicht auslöst. Woher diese Werte stammen und wie zuverlässig sie sind, steht auf der Startseite unter den Annahmen. Wo die günstigen und die teuren Stunden im Tag liegen, zeigt der gemessene Tagesverlauf.